Auf der Spur von COVID-19

Dr. Roger Highfield, Wissenschaftsdirektor der Science Museum Group, Grossbritannien, spricht mit Kari Stefansson. Stefanssons genetisches Sequenzierungsprojekt hat gezeigt, wie Grossbritannien Island infiziert hat, dass Kinder Eltern zu infizieren scheinen und wie COVID-19 kontrolliert werden kann.

Dies ist der sechste Artikel von Roger Highfield über die Wissenschaft hinter dem Coronavirus, welcher ursprünglich am 20.04.2020 externe Seite veröffentlicht wurde. Sofern verfügbar, wurden Informationen für die Schweiz von focusTerra, ETH Zürich, hinzugefügt und entsprechend gekennzeichnet. Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch focusTerra.

Kari Stefansson ist CEO des isländischen Unternehmens externe Seite deCODE genetics in Reykjavík, das mit der isländischen Gesundheitsdirektion und dem Nationalen Universitätsklinikum externe Seite die Verbreitung von COVID-19 in Island untersucht hat.

Seine bearbeiteten Antworten sind kursiv gedruckt, um sie von meinem Kommentar zu unterscheiden.

Was sagt uns Ihr Testprogramm?

Weil Islands Epidemie so gut dokumentiert ist, können wir der Welt externe Seite eine grosse Menge an Informationen darüber liefern, wie sich die Menschen infiziert haben, wie die Infektion sich ausbreitet und wie sie sich dabei verändert. Diese "molekulare Epidemiologie" kann in jedem Einzelfall den geografischen Ursprung des Virus aufdecken.

In erster Linie sollten andere Nationen untersuchen, wie Island die Pandemie eingedämmt hat, weil es funktioniert.

Da sich das Virus jedoch in dem Masse verbreitet hat, wie wir es beobachtet haben, ist es wahrscheinlich, dass wir bei unseren Bemühungen, das Virus einzudämmen, scheitern werden, wenn wir nicht weiter testen und isolieren, Kontakte verfolgen und Quarantäne verhängen.

Wie viel Prozent der isländischen Bevölkerung haben Sie getestet?

Wir haben bereits 12 Prozent der isländischen Bevölkerung von 360'000 Menschen getestet. Wir testen nicht nur das Vorhandensein des Virus, sondern sequenzieren auch das Virus.

Durch die Sequenzierung des Virus können Forschende seinen genauen genetischen Code bestimmen, der in einer Sequenz von vier verschiedenen chemischen "Buchstaben" in Form von RNA, Ribonukleinsäure, "geschrieben" ist.

RNA ist wie DNA ein langes, kettenartiges Molekül, eine Nukleinsäure, die Informationen in dieser Buchstabenfolge codiert.

Es ist trivial, weil der genetische Code des Virus nur 30 Kilobasen beträgt.

Dies sind die 30'000 "Buchstaben" des Viruscodes, die die Anweisungen zur Herstellung der externe Seite 29 Proteine des Virus enthalten, wie z.B. das Spike-Protein S, das vom Coronavirus zum Eindringen in menschliche Zellen verwendet wird; NSP3, NSP 4 und NSP6, die in infizierten Zellen virusbildende Blasen erzeugen; und NSP7 und NSP 8, die den viralen genetischen Code für neue Viren kopieren.

Mitte April haben wir ebenfalls mit dem Antikörper-Screening begonnen (dies zeigt, ob bereits jemand infiziert wurde).

In einem Versuch, die molekulare Epidemiologie von COVID-19 sorgfältig abzubilden, hoffen wir, der Welt Daten zur Verfügung zu stellen, die für die gemeinsamen globalen Bemühungen zur Eindämmung der Ausbreitung der Krankheit verwendet werden können.

Wie haben Sie es geschafft, einen grösseren Prozentsatz Ihrer Bevölkerung als irgendwo anders zu testen?

Island hat Anfang Februar damit begonnen, Menschen mit hohem Risiko und mit Anzeichen und Symptomen von COVID-19 auf das Virus zu testen, und hatte seinen ersten Fall am 28. Februar.

Am 13. März begann deCODE mit der Untersuchung der Bevölkerung im Allgemeinen durch Freiwillige, die sich gemeldet hatten.

Wir berichteten, dass externe Seite Anfang des Monats etwa 0.8 Prozent der Bevölkerung infiziert waren, aber jetzt gehen wir davon aus, dass die Verbreitung bei etwa 0,6 Prozent liegt und rückläufig ist, so dass die Eindämmungsbemühungen der Regierung erfolgreich waren.

Was ist die Eindämmungsphilosophie in Island?

Wir haben einen Ansatz in der Mitte des Weges gewählt und nicht die den Lockdown. Grundschulen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Geschäfte sind zum Beispiel noch geöffnet, aber wir haben Versammlungen von mehr als 20 Personen verboten und Theater und Konzerthallen geschlossen.

Wir haben das in einer entspannten Art und Weise getan, aber mit drei Ausnahmen: Wir haben mehr als irgendjemand anderes die Menschen untersucht, um die Fälle zu finden, die sich in der Gesellschaft abzeichneten und die nicht vom Gesundheitssystem erfasst wurden; wir haben Menschen, mit denen sie in Kontakt gekommen sind, energisch aufgespürt, und wir haben sie ebenso energisch in Quarantäne gesteckt.

Das hat funktioniert.

Wie ist das im Vergleich zu anderen Ländern?

Ich denke, es ist unentschuldbar, dass Grossbritannien nicht wachsamer war, insbesondere bei der Verwendung von PCR-Tests.

Dies ist der externe Seite Basistest für das Vorhandensein des genetischen Codes von SARS-CoV-2, obwohl dies an sich nicht die genetische Sequenz des Virus liefert.

Amerika verfügt über erstaunliche Ressourcen und hat uns beigebracht, wie man die Tests durchführt, die wir jetzt durchführen. Sie haben die Technologie erfunden, aber leider haben sie sie nur langsam auf ihr eigenes Volk angewandt.

Ich denke, diese Epidemie hätte ganz anders ausgesehen, wenn Länder wie die USA, Grossbritannien und andere europäische Länder wachsamer gewesen wären.

Grossbritannien ist eigentlich an der Spitze der molekulargenetischen Revolution, von der Ableitung der externe Seite Doppelhelix-Struktur des genetischen Materials DNA über die Entwicklung des externe Seite DNA-Fingerabdrucks und der genetischen Sequenzierung (durch den zweifachen Nobelpreisträger externe Seite Fred Sanger) bis hin zur Entwicklung der externe Seite weltweit meistverkauften Medikamente.

Wie kam die Infektion nach Island?

Das Screening von Risikogruppen, die Symptome zeigten, ergab, dass die ersten Fälle aus Österreich und Italien stammten – Personen, die Skiurlaub in den Alpen gemacht hatten.

Die isländischen Behörden warnten Österreich, dass eine grosse Anzahl von Fällen von Österreich nach Island käme und sie etwas dagegen unternehmen müssten. Sie ignorierten die Warnung.

Diese ersten Fälle wurden isoliert und alle, mit dem sie in Kontakt kamen, wurden unter Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung einzudämmen.

Was hat Ihr breiteres Bevölkerungsscreening gezeigt?

Wir fanden heraus, dass eine grosse Anzahl der ursprünglichen Fälle aus Grossbritannien stammte.

Die Verbreitung des Virus war in Grossbritannien schon früh viel grösser als gedacht. Die Infektionen könnten sogar denen aus den Alpen vorausgegangen sein. Wir wissen es nicht genau, aber diese Fälle könnten bereits im Februar auftreten sein (siehe externe Seite Tabelle 2 in unserem Artikel).

Bei den frühen gezielten Tests von Personen aus Hochrisikogebieten in den Alpen (31. Januar bis 15. März) gibt es fast keine Proben aus Grossbritannien, aber das lag daran, dass es noch nicht als Hochrisikogebiet aufgeführt war.

Sobald das Populationsscreening begann, wurde es jedoch von Viren britischen Ursprungs dominiert, sodass es sich ab Februar schnell in der isländischen Bevölkerung verbreitete.

Die österreichisch/italienischen Fälle stammten von der so genannten A2-Klade (eine Klade ist eine Gruppe von Viren, die durch ihre Abstammung von einem gemeinsamen viralen Vorfahren vereint sind), während die britischen Fälle von der A1-Klade stammten. Der ursprüngliche Ausbruch in Wuhan, China, ist als A-Klade bekannt. Wir haben auch auf Mutationen hin untersucht, die an der Westküste der USA beobachtet wurden, die B1a-Klade.

Wie stark mutiert das COVID-Virus SARS-CoV-2?

Obwohl die Mutationsrate niedrig ist (d.h. die Rate, mit der sich die "Buchstaben" in der genetischen Sequenz des Virus aufgrund von Fehlern in der Art und Weise, wie das Virus in menschlichen Zellen kopiert wird, verändert), hat es so viele Menschen infiziert, dass wir eine hohe Diversität der Sequenzen, eine enorme Anzahl von Mutationen gefunden haben.

Wir haben die ersten Daten im externe Seite New England Journal of Medicine veröffentlicht, und man kann 528 Mutationen sehen, die durch das Genom verstreut sind, sogar in der Rezeptor-Bindungsdomäne des Spike-Proteins (dieser Spike, externe Seite der sehr genau untersucht wurde, ist eine der Koronen von Vorsprüngen um das Virus herum, die es ihm ermöglichen, in menschliche Zellen einzudringen).

Wir haben in Island 291 Mutationen gefunden, die sonst nirgendwo entdeckt wurden. Es gibt jedoch keine Hinweise auf eine andere Biologie des Virus bei A1 und A2 und so weiter.

Können wir sehen, wie sich das Virus entwickelt?

Ja. Es ist bekannt, dass diese Art von Virus – ein RNA-Virus – sich bei der Vermehrung in einem menschlichen Wirt schneller entwickelt und mutiert als beispielsweise DNA-basierte Viren, wie Adenoviren (eine der Ursachen für Erkältungen) und Herpesviren.

Diese Mutationen treten zufällig auf.

Einige werden nie weitergegeben, weil sie das Virus ausser Gefecht setzen. Viele haben keine Wirkung. Andere vielleicht, aber wir wissen nicht, ob sie das Virus mehr oder weniger tödlich machen – wie mir Kari Stefansson sagte: Das ist eine grosse Frage.

Bäume sind eine zentrale Metapher der Evolutionsbiologie, seit externe Seite Charles Darwin, dessen Idee der natürlichen Selektion der Biologie ihr zentrales Leitprinzip gab, externe Seite 1837 seinen ersten Stammbaum skizzierte.

Molekulare Epidemiologen verwenden die genetischen Sequenzen, um einen Stammbaum des Virus zu erstellen und können die Mutationsrate herausfinden (zwischen zwei und zweieinhalb Veränderungen der genetischen Buchstaben pro Monat, laut Kari Stefansson).

Sie können z.B. ableiten, wie die allererste Infektion Ende November in Wuhan, China, erfolgte.

Das Virus sei externe Seite natürlich und nicht in einem Labor entstanden, so Andrew Rambaut von der Universität Edinburgh und Kollegen, und sei eng verwandt mit Fledermaus- und Schuppentier-Coronaviren (einem schuppigen Ameisenbär), vielleicht sogar eine Mischung aus Viren, die durch einen genetischen Mischprozess, Rekombination genannt, externe Seite in einer Fledermaus, einem Schuppentier oder einer anderen Spezies entstanden sei.

Um die Evolution des Virus sichtbar zu machen, konstruieren die Forschende einen "phylogenetischen Baum", wobei der Stamm des Baumes mit A bezeichnet wird, dem Virus, das aus Wuhan stammt (man beachte jedoch, dass das Fledermausvirus, obwohl es SARS-CoV-2 am nächsten kommt, immer noch sehr unterschiedlich ist und externe Seite eine Studie, die die Infektion von Wuhan aus verfolgt, kritisiert wurde, weil sie diese Vielfalt nicht berücksichtigt hat).

Um besser zu verstehen, wie sich das Virus entwickelt hat, werden die Zweige in willkürliche Abstammungslinien oder Kladen kategorisiert, die jeweils mit einem Etikett wie A1, A2 usw. versehen sind, wobei die Virusgruppen ähnlich sind und durch einen gemeinsamen Vorfahren einige Mutationen vorher vereint sind.

Genomische Epidemiologen können wie folgt herausfinden, wer wen infiziert hat: Wenn ein im Vereinigten Königreich entnommenes Virus drei spezifische Mutationen aufweist und eine andere in Island entnommene Infektion dieselben drei Mutationen plus eine neue Mutation aufweist, können Forschende daraus schliessen, dass das Coronavirus vom Vereinigten Königreich nach Island übertragen wurde.

Sie können auch abschätzen, wie lange das Virus schon in einem Land zirkuliert, indem sie die Rate, mit der das Virus mutiert, die Anzahl der Mutationen in lokalen Stämmen und die genetischen Sequenzen aus dem Herkunftsland verwenden.

Sie können externe Seite hier den globalen phylogenetischen Baum sehen, der von externe Seite Nextstrain, einer Open-Source-Plattform zur Verfolgung von Krankheitserregern, erstellt wurde, sowie den externe Seite Baum für Europa, der bereits im Januar Fälle in Grossbritannien zeigt. Wenn es um Island geht, siehe externe Seite Abbildungen 3B und 3C in Kari Stefanssons Beitrag.

Hier erfahren Sie, externe Seite wie phylogenetische Bäume zu interpretieren sind.

Sind einige Menschen stärker gefährdet als andere?

Die klinische Vielfalt von COVID-19 ist eine weitere grosse Frage. Einige Menschen beschreiben es als eine leichte Erkältung. Andere enden an einem Beatmungsgerät und sterben.

Bei Männern ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion wesentlich höher als bei Frauen. Wenn sich Frauen infizieren, werden sie nicht so krank wie Männer.

Kinder unter 10 Jahren infizieren sich seltener als Erwachsene, und wenn sie sich infizieren, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ernsthaft erkranken, geringer. Interessant ist, dass Kinder, selbst wenn sie infiziert werden, die Krankheit mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf andere übertragen als Erwachsene. Wir haben keinen einzigen Fall gefunden, in dem ein Kind die Eltern angesteckt hätte.

Es gibt eine erstaunliche Vielfalt in der Art und Weise, wie wir auf das Virus reagieren.

Anmerkung: In der Schweiz sind Forschende der ETH Zürich auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum COVID-19 ältere Menschen stärker trifft als jüngere.

Wie können wir die Unterschiede im Schweregrad von COVID-19 erklären?

Eine Möglichkeit besteht darin, dass diese Mutationen verschiedene Stämme des Virus erzeugen, die Krankheiten unterschiedlichen Schweregrades verursachen. Eine andere Möglichkeit liegt in der Genetik der Patienten, wobei einige Menschen anfällig für das Virus und andere resistent geboren werden.

Oder vielleicht waren einige von uns einem ausreichend ähnlichen Coronavirus ausgesetzt, um ihnen eine partielle Immunität gegen COVID-19 zu verleihen, was wir als kreuzreaktive Immunität bezeichnen.

Daran arbeiten Menschen auf der ganzen Welt mit Nachdruck, da dies der Schlüssel zu einem intelligenten Umgang mit der Pandemie ist.

Sie kennen auch die genetische Sequenz von infizierten Menschen – was sagt das aus?

Das erste, was man überprüft, sind die Proteine, mit denen das Virus in menschliche Zellen eindringt, ACE2 und TMPRSS2 genannt.

Das SARS-CoV-2-Virus benötigt zwei Schlüsselproteine, die externe Seite ACE2 und TMPRSS2 genannt werden, um in menschliche Zellen einzudringen: Das erste ist ein "Rezeptorprotein", an das das Virus andockt, während das zweite eine so genannte Protease ist, ein Enzym, das den Eintritt des Virus in die Zelle aktiviert.

Wir haben im ACE2-Rezeptor nichts gefunden – es gibt keine Sequenzdiversität im Rezeptor, die Aufschluss über die Anfälligkeit gibt. Auch nicht bei TMPRSS2. Weitere Hinweise haben sich bisher nicht ergeben.

Wie lange hält die Immunität an?

Wir haben in der letzten Woche etwa 3'000 Personen untersucht, sodass wir noch kein Licht darauf werfen können, wie lange die Immunantwort anhält.

Wir arbeiten an den Daten, aber es wird keine einfache Geschichte sein. Ich habe im letzten Vierteljahrhundert an allen Arten von Volkskrankheiten gearbeitet.

Stellen Sie sich vor, im Alter von 71 Jahren werde ich beruflich mit einer Krankheit konfrontiert, über die nichts bekannt ist und zu der keine Frage beantwortet ist. Es ist, als hätte ich mitten in einer Hungersnot ein Festmahl, und ich fühle deswegen mich ein wenig schlecht.

Die Weltgesundheitsorganisation sagte am 25. April, dass es derzeit keinen Beweis dafür gibt, dass Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben und Antikörper haben, vor einer zweiten Infektion geschützt sind.

Arbeitet man im Vereinigten Königreich auch über molekulare Epidemiologie?

Ja, es sind enorme Anstrengungen im Gange. Das mit externe Seite 20 Millionen Pfund ausgestattete Konsortium COVD-19 Genomics UK (externe Seite COG-UK) ist ein Netzwerk von Labors, das geschaffen wurde, um lokale NHS-Zentren und die britische Regierung mit einer gross angelegten und schnellen Sequenzierung des gesamten Genomvirus zu versorgen.

Das Konsortium hat bereits die genetische Sequenz von mehr als 10'000 Viren im Vereinigten Königreich lesen können und strebt eine Viertelmillion an. Sie können ihre externe Seite aktuelle Analyse der weltweiten COVID-19-Linien sehen, die im Vereinigten Königreich zirkulieren.

"Wir sind jetzt der weltweit grösste Produzent von Coronavirus-Genomen", sagt Nick Loman, Professor für mikrobielle Genomik und Bioinformatik an der Universität Birmingham.

Forscher auf der ganzen Welt tauschen ihre Daten im Rahmen von externe Seite GISAID aus, der Global Initiative for Sharing All Influenza Data, einer Initiative, die von der Weltgesundheitsorganisation als Reaktion auf die Bedrohung durch die Vogelgrippe ins Leben gerufen wurde.

Obwohl der Prozentsatz der isländischen Bevölkerung, der getestet wurde, viel grösser ist, "hat Island im Vergleich zu uns eine sehr kleine Bevölkerung", sagte Loman.

Das Konsortium erhält die genetische Sequenz des Virus aus Proben, die durch Tests als positiv identifiziert wurden. Solcher Test werden z.B. in Universitäten, öffentlichen Gesundheitslabors in ganz Grossbritannien und auch in Krankenhäusern des NHS, zusammen mit den externe Seite Lighthouse Labs in Milton Keynes, Alderley Park und Glasgow, durchgeführt. Hier werden in einem der grössten Netzwerke von diagnostischen Testeinrichtungen in der britischen Geschichte täglich Tausende von Patientenproben auf das Coronavirus getestet.

"Die grösste Hürde sowohl für das Testen als auch für die Sequenzierung von Genomen ist nicht so sehr der Laboraspekt als vielmehr die Logistik, von der Beschaffung der Proben bis zur Rückverfolgung der Ergebnisse zu einer Person", sagte Loman.

In einigen Fällen können sie auch die genetische Sequenz des Virus, das eine Infektion verursacht hat, mit der genetischen Sequenz des Patienten in Verbindung bringen, da es im Vereinigten Königreich umfangreiche Programme zum Lesen der gesamten genetischen Sequenz seiner Bevölkerung gibt.

Vor allem die Bemühungen der externe Seite UK Biobank, die Gesundheit von einer halben Million Menschen zu verfolgen, die 100'000 Menschen, die von externe Seite Genomics England untersucht wurden, und ein Konsortium namens externe Seite ISARIC, eine offene globale Gemeinschaft von Forschenden und Ärzten, die 2016 gegründet wurde, sind zu erwähnen. Sie wollen herausfinden, wie die genetische Ausstattung eines Patienten Einfluss darauf hat, wie es ihm ergeht, wenn er infiziert wird.

Dies wird helfen zu verstehen, ob manche Menschen resistenter oder anfälliger sind. Die Genomik kann auch Aufschluss darüber geben, wie z.B. ein Pflegeheim oder eine Station infiziert wurde.

Der wissenschaftliche Hauptberater der Regierung, Sir Patrick Vallance, sagte: "Die genomische Sequenzierung wird uns helfen, COVID-19 und seine Verbreitung zu verstehen. Sie kann auch dabei helfen, künftige Behandlungen zu steuern und die Auswirkungen von Interventionen zu erkennen.

Fiona Watt, geschäftsführende Vorsitzende des externe Seite Medical Research Council, Teil von externe Seite UK Research and Innovation, fügte hinzu: "Grossbritannien ist führend in der innovativen Genomsequenzierungswissenschaft. Die ehrgeizige und koordinierte Reaktion unserer Forschungsgemeinschaft auf die COVID-19-Herausforderung ist bemerkenswert."

Wer war "Patient Null" in Grossbritannien?

Wir hassen diesen Begriff", sagte Loman. Wenn jemand das Pech hat, sich zu infizieren, keine Symptome zu zeigen und COVID-19 zu verbreiten, sollte man ihm nicht die Schuld geben, so wie externe Seite Typhus-Mary.

Darüber hinaus zeigen die bisherigen Genome, dass es Ende Januar und Februar viele separate Einführungen von COVID-19 in das Vereinigte Königreich gab, vor allem aus anderen europäischen Ländern, in denen sich Briten Mitte Februar aufgehalten hatten.

Im Vereinigten Königreich gibt es Hunderte von separaten COVID-19-Linien, "von denen jede eine individuelle Übertragungskette darstellt, die gestoppt werden muss".

Um wirklich zu verstehen, wie sich COVID von Nation zu Nation verbreitet hat, müssen wir sicherstellen, dass die internationale Stichprobenauswahl wirklich zufällig erfolgt, da die Ergebnisse verfälscht werden könnten, wenn wir nur an den Orten testen, an denen wir testen können.

Loman erklärte: "Nicht alle Länder produzieren oder teilen derzeit sehr viele Genomdaten, so dass Übertragungen von und nach diesem Land mit diesem Ansatz einfach unsichtbar sind."

Was ist die beste Teststrategie?

Es wird derzeit viel daran gearbeitet, die beste Strategie zu bestimmen, z.B. mit Hilfe von Informationen aus Computermodellen und neuen Erkenntnissen über die Ausbreitung des Virus.

Ein wöchentliches Screening des Gesundheitspersonals und anderer Risikogruppen, unabhängig von den Symptomen, würde deren Beitrag an die Übertragung um externe Seite bis zu einem Drittel reduzieren, zusätzlich zu den Reduzierungen, die durch die Selbstisolation bei Symptomen erreicht würden. Dies ergab eine Studie von externe Seite Nicholas Grassly, Marga Pons-Salort und Kollegen vom Imperial College London darüber, wie die Pandemie durch Tests kontrolliert werden kann.

externe Seite Eine andere Studie ergab, dass mehr als die Hälfte der Bewohner einer amerikanischen Pflegeeinrichtung, die positiv getestet wurden, asymptomatisch waren, was unterstreicht, dass symptomfreie Träger eine wichtige Rolle bei der Übertragung von SARS-CoV-2 spielen und zu externe Seite Forderungen nach Tests an asymptomatischen Personen in Pflegeheimen führte.

Eine Studie in zwei Krankenhäusern und in öffentlichen Bereichen in Wuhan, China, zeigt Hotspots mit luftübertragener Virus-RNA, insbesondere in Gebieten, die zu Überfüllung neigen. Ob Aerosole, die das Virus tragen, das Potenzial haben, andere zu infizieren, wurde von den Forschern, externe Seite die heute über ihre Arbeit berichten, nicht untersucht.

Kann man verfolgen, wie das Virus in den Körper gelangt?

Ja. Forschende haben anhand eines externe Seite Zellatlas gezeigt, wie das Virus externe Seite auf den Körper übertragen werden konnte.

Diese riesigen Atlanten zeigen, welche der Hunderte von verschiedenen Zelltypen im menschlichen Körper welche Untergruppen unserer 20'000 Gene verwenden, insbesondere die Gene ACE2 und TMPRSS2, die die menschlichen Proteine kodieren, die das COVID-19-Virus ausnutzt, um menschliche Zellen zu infizieren.

Forschende, darunter Sarah Teichmann vom externe Seite Wellcome Sanger Institute in der Nähe von Cambridge, entdeckten, dass Zellen in der Nase (bekannt als Kelch- und Flimmerzellen) einen hohen Anteil dieser Eintrittsproteine aufweisen.

Diese beiden wichtigen Eintrittsproteine wurden auch in Zellen in der Hornhaut gefunden. Dies deutet auf einen weiteren möglichen Infektionsweg über das Auge und die Tränenkanäle hin.

Und sie waren in der Darmschleimhaut vorhanden, so dass es sein könnte, dass Kot auch das Virus trägt.

Die hohe Übertragungsrate von COVID-19 könnte durch die Studie erklärt werden, die von der Sanger mit dem Universitätsklinikum Groningen, der Universität Cote d'Azur und dem CNRS, Nizza, durchgeführt wurde.

Wie ist der Zustand der Pandemie?

Die neuesten Nachrichten darüber, wie weit sich die Pandemie weltweit verbreitet hat, erhalten Sie im externe Seite Johns Hopkins Coronavirus Resource Center oder im externe Seite Robert Koch-Institut in Berlin. Sehen Sie sich die von einer App identifizierten externe Seite britischen Hotspots an und überprüfen Sie externe Seite die Anzahl der britischen COVID-19-Labors bestätigte Fälle und Todesfälle im Krankenhaus sowie die Gesamtzahl der Todesfälle durch das externe Seite Amt für nationale Statistik.

Weitere Informationen finden Sie in meinen früheren Blog-Einträgen, vom externe Seite UKRI, auf diesem externe Seite COVID-19-Portal und in externe Seite Our World in Data.

Anmerkung: Die momentane Anzahl der Coronavirus-Fälle in der Schweiz kann auf der externe Seite Webseite des Bundesamts für Gesundheit abgerufen werden. Auch die Webseite des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) bietet eine gute und laufend aktualisierte externe Seite Übersicht zu diversen Daten sowie externe Seite Antworten auf die häufigsten Fragen im Zusammenhang mit COVID-19.

 

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