Ganz nah am Coronavirus
Dr. Roger Highfield, Wissenschaftsdirektor der Science Museum Group, Grossbritannien, spricht mit Ajit Lalvani, der sich vor kurzem von einer schweren COVID-19-Infektion erholt hat und nun eine grosse Pandemiestudie durchführt.
Dies ist der vierte Artikel von Roger Highfield über die Wissenschaft hinter dem Coronavirus, welcher ursprünglich am 13.04.2020 von der Science Museum Group externe Seite veröffentlicht wurde. Sofern verfügbar, wurden Informationen für die Schweiz von focusTerra, ETH Zürich, hinzugefügt und entsprechend gekennzeichnet. Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch focusTerra.
Professor Ajit Lalvani ist Inhaber des Lehrstuhls für Infektionskrankheiten am Imperial College London, externe Seite Kuratoriumsmitglied der Science Museum Group und Direktor der National Institute for Health Research’s Health Protection Research Unit im Bereich Atemwegsinfektionen.
Die redigierten Antworten von Prof. Lalvani sind kursiv gesetzt, um sie von meinen Kommentaren zu unterscheiden. Er empfiehlt auch die externe Seite Coronavirus-Wissenschaftswebsite des UK Research and Innovation (UKRI), zu der er beigetragen hat.
Wie hat sich Ihre COVID-19-Erkrankung zum ersten Mal gezeigt?
Meine Krankheit trat plötzlich auf. Meine Temperatur stieg auf 39.5 Grad Celsius und blieb dort fünf Tage lang. Ich bin Mitte fünfzig, im gleichen Alter wie der Premierminister, und fühlte mich so krank wie noch nie zuvor.
Fieber wird durch die Freisetzung von Chemikalien namens externe Seite Pyrogene (wie Interleukine und Interferone) im Körper verursacht.
Wenn sich diese Pyrogene an eine Struktur im Gehirn, den so genannten Hypothalamus, binden, steigt die Körpertemperatur an und verringert die Fähigkeit einiger Viren und Bakterien, sich zu vermehren.
Aus diesem Grund gibt es eine wissenschaftliche Debatte darüber, ob es im Rahmen des Möglichen eine gute Idee ist, Medikamente zur Senkung des Fiebers einzusetzen.
Wann ist dies geschehen?
Meine Symptome entwickelten sich am 12. März. Am sechsten oder siebten Tag fühlte ich mich besser. Am achten Tag hatte ich einen Rückfall. Das Fieber kehrte zurück. Dann hustete ich Blut (dies ist keine typische Entwicklung bei einer COVID-19-Infektion, wie ich betonen möchte). Ich fühlte mich sehr unwohl.
Das war auch ein bedeutender Tag für die Pandemie im Vereinigten Königreich.
externe Seite Der Premierminister kündigte an, dass die Menschen nicht mehr zu Hause auf das Virus getestet würden (damit sie und ihre Kontakte aufgespürt und eingedämmt werden könnten), sondern dass die Regierung stattdessen eine Verzögerungsstrategie verfolgen würde, durch soziale Distanzierung, Lockdown und so weiter.
War COVID-19 wie eine schlimme Erkältung oder eine Grippe?
Nein. Sie dauerte zwei ganze Wochen, was für eine Virusinfektion sehr ungewöhnlich ist: Eine gewöhnliche Erkältung dauert ein paar Tage, während man während einer Grippe etwa vier Tage lang Fieber hat.
Mit COVID-19 war ich völlig erschöpft. Ich wachte auf, putzte mir die Zähne und musste mich schon nach 10 Minuten Aktivität in einen Sessel setzen.
War Ihre Erfahrung mit COVID-19 typisch?
Jeder reagiert anders, aber tiefe Erschöpfung ist häufig. Es scheinen sich zwei allgemeine Muster einer schwereren COVID-19-Infektion abzuzeichnen.
Manchen Menschen geht es sehr schnell recht schlecht. In der Regel handelt es sich dabei um Menschen, die über 70 Jahre alt sind oder die an bestimmten Grunderkrankungen leiden, aber nicht immer.
Andere haben, wie ich, eine biphasische Erkrankung. Bei diesen schweren Fällen kommt man nach sieben bis zehn Tagen an eine Weggabelung und es wird schlimmer oder besser.
Zuerst ging es mir schlechter, wie auch dem Premierminister. Ich entwickelte eine Lungenentzündung, während der eine schwere Entzündung vorliegt.
Zuvor hatte ich für 60 andere Berater von Imperial College London einen Masterclass von Kollegen aus China organisiert, in der es hiess, dass ein schwerer Fall dann vorliegt, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut unter 94% fällt.
Meine Werte lagen zwei Tage lang bei 93%. Das war keine gute Zeit für mich.
Ich stand zweimal täglich in Kontakt mit meinen Kollegen in Rom, London und Peking, die sich mit COVID-19 befassten.
Im Nachhinein betrachtet, hätte ich wahrscheinlich ins Krankenhaus gehen sollen, aber ich habe mich zu Hause mit fachkundigem Rat durchgeschlagen. Wenn die Entzündung eskaliert und Flüssigkeit in der Lunge produziert, wird man sehr kurzatmig und braucht ein Beatmungsgerät.
Normale Mengen an Blutsauerstoff – so genannte Sauerstoffsättigungsraten – liegen zwischen 95% und 100%, während bei 93% die Gefahr einer weiteren raschen Verschlimmerung besteht.
Wenn einfachere Massnahmen wie die Bereitstellung von Sauerstoff durch eine Maske nicht helfen, kann es sein, dass Patienten mechanische Unterstützung benötigen, um ihnen beim Atmen zu helfen.
Wenn der Patient sediert ist, wird ein Schlauch in den Atemweg eingeführt, und das externe Seite Beatmungsgerät übernimmt die Atmung.
Solange die Luftsäcke in den Lungen nicht mit Flüssigkeit gefüllt sind, ist eine Beatmung externe Seite möglicherweise nicht erforderlich. Wir wissen auch von Fällen, in denen Menschen, die eine schwere Lungenentzündung mit Hilfe eines Beatmungsgerätes überlebt haben, ein höheres externe Seite Risiko für Langzeitkomplikationen haben können.
Wir wissen nicht mit Sicherheit, warum Menschen so unterschiedlich auf das COVID-19-Virus reagieren, aber abgesehen davon, welcher Menge an Virus sie überhaupt ausgesetzt waren, kann die Antwort auch in Unterschieden in der Art und Weise liegen, wie der Körper auf das eindringende Virus reagiert.
externe Seite Das Virus ist ein Bündel von genetischem Code, das in Protein und Fett eingewickelt ist. Es misst etwa ein Tausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares.
Es hat nur ein Ziel, nämlich sich zu vermehren, indem es menschliche Zellen in Nase, Rachen und Lunge in Virusfabriken verwandelt.
Wenn der Körper auf ein eindringendes Virus trifft, steigert das Immunsystem die Produktion von weissen Blutkörperchen. Dazu gehören B-Lymphozyten, die Antikörper produzieren, die sich an das Virus binden und die Ausbreitung der Infektion zwischen den Zellen stoppen, sowie T-Lymphozyten, die infizierte Zellen abtöten.
Einzelheiten dieses Kampfes zwischen Virus und Immunabwehr externe Seite zeigt eine detaillierte Studie an neun Patienten mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung in München, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde.
Es kann 10 Tage dauern, bis schützende Antikörper auftauchen, und daher sind auch andere Faktoren wichtig, wie die Bildung spezifischer Killer-T-Lymphozyten sowie das erste Abwehrsystem des Körpers, das eigene, angeborene System: eine Reihe physikalischer, chemischer und zellulärer Werkzeuge, die darauf ausgelegt sind, potenzielle Eindringlinge in den ersten Tagen abzuwehren.
Die Studie zeigte auch, dass Personen mit COVID-19 in der frühen Phase der Infektion am meisten infektiös sind.
Andere Studien zeigen, dass Menschen oft schon infektiös sind, bevor sie Symptome entwickeln, weshalb die Quarantäne von Kontaktpersonen von an COVID-19-Erkrankten so wichtig ist, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Dies ist ein Faktor, der die externe Seite Debatte über Gesichtsmasken anheizt. Sie könnten dazu beitragen, diese symptomfreien Menschen von der Übertragung der Infektion abzuhalten, obwohl es noch andere Faktoren zu berücksichtigen gibt.
Würde zum Beispiel die Empfehlung an die Öffentlichkeit, Gesichtsmasken zu tragen, es noch schwieriger machen, Ärzte, Krankenschwestern und andere an der Front tätige Personen mit Masken zu versorgen?
Was halten Sie von Behauptungen, dass das Virus reaktiviert werden kann?
Dazu gibt es nur sehr wenige Veröffentlichungen, so dass es schwer zu sagen ist, ob es tatsächlich zu einer Re-Infektion oder einem Rückfall (d.h. einer Reaktivierung) einer bestehenden Infektion kommen kann oder nicht. Wenn eines der beiden Phänomene auftritt, wissen wir nicht, wie häufig das ist.
Sollten sich diese frühen Berichte über eine Re-Infektion oder Reaktivierung bestätigen, hätte dies besorgniserregende Auswirkungen auf die Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit der Immunität gegen SARS-COV-2 und würde die Entwicklung eines wirksamen, lang anhaltenden Impfstoffs erschweren.
Wir brauchen mehr Daten.
Was passiert bei schweren Fällen von COVID-19?
Man kann sterben oder sich erholen. Ich hatte Glück, dass ich mich erholt habe.
Wenn sich Ihr Zustand weiter verschlechtert, kommt es zu einer wirklich schweren Entzündung, die Lunge beginnt Flüssigkeit auszusickern, wodurch das Atmen erschwert wird.
Dann brauchen Sie Unterstützung. Zuerst Sauerstoff und dann, wenn das nicht ausreicht, ein Beatmungsgerät.
Atembeschwerden entstehen durch die "Kollateralschäden", wenn der Körper die COVID-19-Infektion mit weissen Blutkörperchen bekämpft.
Diese und andere Zellen produzieren Immunsignale, die so genannten Zytokine. Wenn sie im Überschuss produziert werden, kann dies einen Zytokin-"Sturm" auslösen, eine Entzündung, die im Extremfall zur Abschaltung lebenswichtiger Organe wie Lunge, Herz und Nieren führen kann.
Ich hatte wirklich Glück, dass ich, obwohl ich mich so innig mit dem Virus vertraut machen musste, unversehrt genesen bin.
Ich arbeite jetzt 12 Stunden am Tag, nachdem ich mein gesamtes Forschungsteam aus Immunologen, Epidemiologen, Spezialisten für Atemwegsinfektionen und Krankenschwestern wieder darauf ausgerichtet habe, wissenschaftliche Lösungen zu finden, um eine definitive Ausstiegsstrategie zu ermöglichen.
Wie haben Sie die Infektion bekommen?
Ich bin nicht wissentlich mit einem bekannten Fall von COVID-19 in Kontakt gekommen.
Ich glaube, Anfang März gab es hier recht viele Übertragungen des Virus, welche aber nicht hinreichend erkannt worden sind, so dass man es in London recht leicht auflesen konnte.
Coronaviren werden in der Regel externe Seite durch Tröpfchen übertragen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen einer infizierten Person verstreut werden und die dann schnell auf Oberflächen fallen, die bei Berührung die Infektion weitergeben können.
Es gibt jedoch externe Seite erste Anzeichen dafür, dass die Tröpfchen so klein – Aerosole – sein können, dass sie sich über grössere Entfernungen ausbreiten können externe Seite als ursprünglich angenommen.
Dies wird als Übertragung durch die Luft bezeichnet und würde bedeuten, dass die gegenwärtige Forderung, einen externe Seite Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen zu gewährleisten, nicht ausreicht.
Eine externe Seite Schätzung besagt, dass die Entfernung, die das Virus zurücklegen kann, 8 Meter beträgt.
Vor einigen Tagen gab es in Nature Medicine eine wichtige Studie über die Übertragung von saisonalen menschlichen Coronaviren, Grippeviren und Rhinoviren beim Ausatmen und Husten von Kindern und Erwachsenen mit akuten Atemwegserkrankungen.
Professor Gabriel Leung und Kollegen vom Collaborating Centre for Infectious Disease Epidemiology and Control der Weltgesundheitsorganisation in Hongkong stellten fest, dass Coronavirus-Genmaterial in Aerosolen vorhanden war.
Fast die Hälfte der Coronavirus-Patienten atmete das Virus mit dem Atmen aus und die Ausatemluft blieb in der Luft hängen; sie zeigten aber auch, dass man dies durch das Tragen einer Maske drastisch reduzieren kann.
Wenn dieser Befund auch auf das neuartige Coronavirus zutrifft, könnte es zu einer Übertragung über Aerosole in der Luft kommen, was die Unterbrechung der Übertragung erschweren würde; und es unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Patienten und ihr Pflegepersonal geeignete Gesichtsmasken tragen.
Die Übertragung durch Aerosole könnte auch dazu beitragen, die derzeitigen Schätzungen zu erklären, wonach bis zu 80 Prozent der Infektionen von Personen ausgehen könnten, bevor sie Symptome entwickeln, oder von Personen, die zwar infiziert sind, aber keine Symptome zeigen.
Erzählen Sie mir von Ihrer COVID-19-Studie und warum glauben Sie, dass sie durchschlagend sein wird?
Ich bin zutiefst fasziniert von drei Fragen.
Erstens, wie hoch ist der Anteil der Infektionen, die symptomfrei sind (dies ist grundlegend für das Verständnis der Pandemie und der Ausbreitung von Krankheiten, da sie ansteckend sind)?
Zweitens: Welches sind die Risikofaktoren, die die Übertragung von COVID-19 in Haushalten und Gesundheitseinrichtungen fördern oder behindern?
Drittens möchte ich herausfinden, welche frühen Immunreaktionen vorhersagen, ob eine bestimmte, kürzlich exponierte Person (Kontaktperson) eine symptomfreie Infektion haben oder stattdessen eine symptomatische oder schwere Krankheit entwickeln wird.
Um diese Fragen zu beantworten, starten wir die Studie INSTINCT (Integrated Network for Surveillance,Trials and Investigations into COVID-19 Transmission – Anmerkung: Integriertes Netzwerk für Überwachung, Studien und Untersuchungen zur COVID-19-Übertragung), in der neu diagnostizierte Fälle und ihre Kontakte sowohl zu Hause als auch in Einrichtungen der Primärversorgung, wie z.B. in Arztpraxen, untersucht werden.
In Zusammenarbeit mit dem Royal College of General Practitioners Research Surveillance Centre an der Oxford Universität und dem Public Health England wollen wir 300 COVID-19-Fälle und 600 Kontakte rekrutieren.
Was macht diese Studie wichtig?
Die Beantwortung der ersten beiden Fragen wird dringend benötigte Daten liefern, die als Grundlage für Strategien zur Eindämmung der Ausbreitung der Infektion in den Gemeinden dienen können.
Die Beantwortung der dritten Frage wird zeigen, welche Immunreaktionen es den Menschen ermöglichen, das Virus erfolgreich einzudämmen und dadurch minimale oder gar keine Symptome zu entwickeln.
Solche entscheidenden Antworten, die als Korrelate der schützenden Immunität bekannt sind (Anmerkung: messbare Anzeichen für die Immunität einer Person), werden die gezielte Entwicklung und Bewertung neuartiger Impfstoffe sowie die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden leiten, die die positiven Immunreaktionen bei Patienten mit Symptomen verbessern und die Genesung beschleunigen könnten.
Wir werden auch die genetische Sequenz, die DNA, der Kontaktpersonen und der Patienten selbst untersuchen, um festzustellen, ob es Merkmale ihres genetischen Codes gibt, die die Art der Immunreaktion, die sie entwickeln, bestimmen und sie mehr oder weniger anfällig für die Entwicklung ernsthafter Symptome machen.
Wenn wir herausfinden, wie die frühe Immunantwort mit den klinischen Ergebnissen zusammenhängt, werden wir auch sehen, ob diese Antwort in ihren Genen vorbestimmt ist.
Warum sind Sie so zuversichtlich, dass uns diese Studie neue Erkenntnisse bringen wird?
Zum Zeitpunkt der Schweinegrippe-Pandemie 2009 habe ich dieselben Fragen gestellt, die wir jetzt im Rahmen einer schnellen in-pandemischen Forschungsstudie über COVID-19 beantwortet haben wollen.
Unsere externe Seite Ergebnisse zeigten, welche ersten Immunreaktionen auf die Schweinegrippe daraufhin vorhersagten, ob die Menschen nur leichte oder keine Symptome verspüren würden.
Wir verfolgten diesen Schutz bis zu einer Klasse von weissen Blutkörperchen, den so genannten CD8-Killer-T-Lymphozyten, die in Aktion traten, wenn der Körper mit der Schweinegrippe konfrontiert wurde.
Da es sich bei der Schweinegrippe um ein völlig neues Virus handelte, war niemand zuvor damit in Kontakt gekommen, und deshalb fehlten uns allen schützende Antikörper, ähnlich wie jetzt beim neuartigen Coronavirus.
Doch mit dem richtigen Typ von Killer-T-Lymphozyten konnten viele Menschen ihre Schweinegrippe-Infektion erfolgreich kontrollieren und verspürten nur milde oder gar keine Symptome.
Wir vermuten, dass ein ähnlicher Schutzmechanismus bei einer COVID-19-Infektion wirksam sein könnte, und unsere INSTINCT-Studie wird diese Hypothese bestätigen oder widerlegen.
Wie weit sind wir mit den Behandlungen?
Dieses Coronavirus besteht aus etwa 30 Genen – den Anweisungen zur Herstellung von Proteinen – und es wird nach etablierten Medikamenten gesucht, die in diese virale Proteinmaschinerie eingreifen können.
Ein jahrzehntealtes Malariamedikament, Hydroxychloroquin, ist von Interesse.
Prof. Chris Butler von der Oxford Universität, der das Medikament an über 50-Jährigen testet, wird bestätigen, ob der frühe Nachweis der antiviralen Wirkung des Medikaments im Labor zu einem klinischen Nutzen für Patienten führt, die kurz nach Einsetzen der Symptome behandelt werden.
Das Virus verfügt über eine Korona (Krone) aus Proteinspitzen, mit denen es in menschliche Zellen eindringt, und externe Seite es wird vermutet, dass dieses alte Malariamedikament das Virus daran hindern könnte, mit der Membran menschlicher Zellen zu verschmelzen; dies ist der erste Schritt im Infektionsprozess.
Die Professoren Butler und Lalvani teilen jedoch wie viele Forschende nicht den Optimismus von Präsident Trump, dass dieses Medikament "einer der grössten Wendepunkte" in der externe Seite Geschichte der Medizin sei.
Sie sind vorsichtiger und erinnern sich daran, wie Länder das Medikament Tamiflu gegen eine Grippepandemie horteten, bevor eine Studie zeigte, dass das Medikament externe Seite nicht wirksamer als Paracetamol war.
Es wäre ein Fehler, Hydroxychloroquin in grossem Umfang bereitzustellen, ohne bessere Beweise für seine Wirksamkeit, seine Nebenwirkungen und das Nutzen-Risiko-Verhältnis zwischen den beiden zu haben.
Die Weltgesundheitsorganisation hat eine globale Studie mit dem Titel externe Seite SOLIDARITY angekündigt, in der die vier ihrer Meinung nach vielversprechendsten Therapien getestet werden sollen:
- die Malariamedikamente Hydroxychloroquin und Chloroquin
- eine experimentelle antivirale Verbindung, die ursprünglich zur Behandlung des Ebola-Virus entwickelt wurde, Remedesivir, das externe Seite auf das Polymerase-Protein abzielt
- eine Kombination von zwei HIV-Medikamenten, Lopinavir und Ritonavir, die die Virusvermehrung blockieren
- eine Kombination aus Lopinavir und Ritonavir plus Interferon-beta, einem Botenstoff des Immunsystems, der bei der Deaktivierung von Viren helfen kann
Andere Kandidaten wurden durch eine weltweite Anstrengung ausfindig gemacht.
Für Camostatmesylat, ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Pankreatitis eingesetzt wurde, externe Seite läuft bereits eine klinische Studie. Am UCL (Anmerkung: University College London) externe Seite sucht ein Team mit Hilfe der grössten Supercomputer der Welt nach bestehenden Präparaten und Medikamenten, die externe Seite neu auch für die Bekämpfung von COVID-19 eingesetzt werden könnten.
Es gibt auch externe Seite eine altmodische und wirksame Behandlung, bei der einem schwerkranken COVID-19-Patienten rekonvaleszentes Blutplasma verabreicht wird, das von einem genesenen Patienten gesammelt wurde.
Es gibt externe Seite bereits Anzeichen dafür, dass sich geschwächte Patienten nach einer Dosis Blut von Überlebenden wieder erholen können, und die Vereinigten Staaten externe Seite unternehmen eine nationale Anstrengung, um diese blutbasierten Therapien so bald wie möglich auf den Markt zu bringen.
Die Identifizierung der spezifischen Antikörper im Rekonvaleszenzplasma, die das Virus neutralisieren können, und ihre massstabsgetreue Synthese sind das Äquivalent des 21. Jahrhunderts zu den alten, blutbasierten Therapien.
Wären diese Medikamente einigermassen erschwinglich?
Die gute Nachricht ist, dass viele der getesteten Medikamente externe Seite für 1 US Dollar pro Tag und Patient oder weniger hergestellt werden können. Eine koordinierte internationale Anstrengung wird erforderlich sein, um sicherzustellen, dass sie für Menschen weltweit erschwinglich sein wird.
Können Medikamente zur Bekämpfung eines Zytokinsturms eingesetzt werden?
Ja. Es gibt einige Antikörper, von denen wir wissen, dass sie einen tödlichen Zytokinsturm stoppen können, wie zum Beispiel externe Seite einen, der den Rezeptor – also die Andockstelle, wenn Sie so wollen – in einem Zyotokin namens Interleukin 6 stört.
Doch obwohl ein überaktives Immunsystem beim Tod von Coronavirus-Patienten eine Rolle spielt, muss darauf geachtet werden, dass die Fähigkeit des Körpers, die Infektion zu bekämpfen, externe Seite nicht untergraben wird.
Wie wichtig sind Antikörpertests?
Selbst wenn wir Antikörpertests zu Hause durchführen könnten, sind die Informationen, die sie uns liefern, wirklich nicht einfach.
Es kann bis zu 10 Tage dauern, bis sich die Antikörperreaktion, die mit den Tests nachgewiesen werden soll, bei einer infizierten Person aufgebaut hat. Sie werden sich jedoch für eine Studie als sehr nützlich erweisen, um festzustellen, wer in der Bevölkerung in der Vergangenheit eine Infektion hatte.
Sir John Bell von der Oxford Universität, der als Regierungsberater für Life Sciences tätig ist, externe Seite kommentierte am 5. April, dass bisher keine Antikörpertests zu Hause gut funktioniert haben.
Wie sonst können wir uns ein Gesamtbild von COVID-19 in Grossbritannien verschaffen?
Mehr als zwei Millionen Menschen haben eine App – die externe Seite COVID Symptom Tracker-App – im Rahmen des vielleicht grössten Citizen Science Projekts Grossbritanniens aller Zeiten heruntergeladen.
Die App hat bereits gezeigt, dass sich die Rate neuer Symptome, die landesweit gemeldet werden, in den letzten Tagen als Folge des Lockdown externe Seite deutlich verlangsamt hat.
Die in der vergangenen Woche (6.-12. April) veröffentlichten Zahlen deuten darauf hin, dass 1.4 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich im Alter von 20 bis 69 Jahren an symptomatischem COVID-19 leiden, ein Rückgang gegenüber 1.9 Millionen am 1. April.
Tim Spector und seine Kollegen vom King's College London sagen, dass die prädiktivsten Einzelsymptome, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung, folgende sind: Geschmacks- und Geruchsmangel, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Fieber und anhaltender Husten.
Wie ist der Gesamtzustand der Pandemie?
Das externe Seite Johns Hopkins Coronavirus Resource Center informiert Sie darüber, wie weit sich die Pandemie weltweit ausgebreitet hat, Sie können den Stand der Pandemie in Europa anhand externe Seite dieser Daten und der Prognosen des Imperial College London vergleichen, die von der Symptomtracker-App identifizierten externe Seite Hotspots im Vereinigten Königreich einsehen und die externe Seite Zahl der COVID-19-Fälle im Vereinigten Königreich anhand der Daten von Public Health England überprüfen. In meinen früheren Blogs, vom externe Seite UKRI, externe Seite COVID-19-Portal und in externe Seite Our World in Data finden Sie eine Fülle von Informationen.
Sylvia Richardson, Direktorin der externe Seite Abteilung Biostatistik des Medical Research Council, und Sir David Spiegelhalter, Vorsitzender des Winton Centre for Risk and Evidence Communication, haben externe Seite erklärt, wie man die COVID-19-Statistiken sinnvoll nutzen kann.
(Anmerkung: Die momentane Anzahl der Coronavirus-Fälle in der Schweiz kann auf der externe Seite Webseite des Bundesamts für Gesundheit abgerufen werden.)