Die Pandemie beenden

Dr. Roger Highfield, Wissenschaftsdirektor der Science Museum Group, Grossbritannien, diskutiert die in der Entwicklung befindlichen Impfstoffe, die dazu beitragen könnten, die Coronavirus-Krise zu beenden.

Dies ist der dritte Artikel von Roger Highfield über die Wissenschaft hinter dem Coronavirus, welcher ursprünglich am 6.04.2020 von der Science Museum Group externe Seite veröffentlicht wurde. Sofern verfügbar, wurden Informationen für die Schweiz von focusTerra, ETH Zürich, hinzugefügt und entsprechend gekennzeichnet. Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch focusTerra.

Was sind die Vorzüge von COVID-19-Impfstoffen im Vergleich zu Behandlungen?

Die Entwicklung von Impfstoffen wird länger dauern als die Entwicklung von Behandlungen – ein bis zwei Jahre – aber externe Seite Impfstoffe bieten die einzige Ausstiegsstrategie aus der aktuellen Pandemie, die unter allen Umständen funktioniert; dies, weil sie den geimpften Menschen ein langfristiges Immunitäts-«Gedächtnis» zur Bekämpfung des Virus bieten.

Der Grund dafür, dass Behandlungen für Patienten, die bereits mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, schneller als Impfstoffe entstehen werden, ist, dass einige bewährte Medikamente bereits jetzt vielversprechend aussehen. Man hat sich massiv bemüht, die vorhandenen Medikamente auf solche zu untersuchen, die neu externe Seite auch für die Bekämpfung von COVID-19 eingesetzt werden können.

So wurde zum Beispiel externe Seite letzte Woche an der Universität Aarhus in Dänemark eine klinische Studie über Camostat-Mesylat – ein ursprünglich zur Behandlung von Pankreatitis eingesetztes Medikament – begonnen, nachdem eine Studie ergeben hatte, dass es das externe Seite Eindringen des neuartigen Coronavirus, SARS-CoV-2, in menschliche Zellen verhindern kann.

Es gibt auch Möglichkeiten, Antikörper unter Anwendung einer externe Seite altmodischen Methode zu nutzen, bei der ein schwerkranker COVID-19-Patient mit Blutplasma behandelt wird, das von einem genesenen Patienten stammt. externe Seite Es gibt bereits Hinweise darauf, dass sich geschwächte Patienten nach einer Infusion mit externe Seite Blut von Überlebenden wieder erholen.

Die Vereinigten Staaten haben eine nationale Initiative gestartet, um diese blutbasierten Therapien so bald wie möglich einzuführen.

Bieten Impfstoffe eine bessere Lösung als Medikamente?

Ja. externe Seite Impfstoffe sind eine äusserst kosteneffiziente Möglichkeit, die Entstehung einer Krankheit von vornherein zu verhindern und die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen.

Dies ist einer Behandlung vorzuziehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass die derzeitige Generation von «Einheitsmedikamenten» (one-size-fits-all) externe Seite nicht für alle Menschen geeignet ist.  

Warum brauchen wir einen neuen Impfstoff, wenn Coronaviren zu den Familien der Viren gehören, die Erkältungen verursachen?

Beim Pandemievirus SARS-CoV-2 fehlt uns die Immunität, weil dieses spezielle Virus für den Menschen neu ist, da es von einer anderen Spezies abstammt.

Das Pandemievirus ist eng mit Fledermaus- und Schuppentier-Coronaviren verwandt, vielleicht sogar mit einer externe Seite Mischung aus Fledermaus- und Schuppentierviren, die in einer Fledermaus, einem Schuppentier oder einer anderen Spezies entstanden sind.

Wir brauchen einen Impfstoff, um unser Immunsystem auf eine Begegnung mit COVID-19 vorzubereiten, damit es bei Kontakt mit dem Virus sofort in Aktion treten kann.

externe Seite Forschende haben davor gewarnt, dass eine Pandemie dieses Ausmasses unvermeidlich sei, weil Viren, die normalerweise Tiere infizieren, zunehmend auch Menschen infizieren, solange wir die Ökosysteme der Erde weiter ausbeuten.

Das war die Geschichte von HIV, SARS, Ebola, MERS und jetzt von COVID-19: Coronaviren sind in vielen Tierarten heimisch.

Die Welt ist jedoch besser als je zuvor organisiert, um der Bedrohung zu begegnen, nicht zuletzt dank der Bemühungen der Coalition for Epidemic Preparedness Innovation (externe Seite CEPI), einer internationalen Nichtregierungsorganisation, die von Wellcome, der Bill and Melinda Gates Foundation, der Europäischen Kommission und acht Ländern (Australien, Belgien, Kanada, Äthiopien, Deutschland, Japan, Norwegen und Grossbritannien) finanziert wird.

Wenn es etwas Positives gibt, das aus der Krise hervorgehen könnte, dann ist es die Infrastruktur, um Impfstoffe mit der Geschwindigkeit einer Pandemie zu entwickeln.

Wie viele Impfstoffe werden derzeit entwickelt?

Sehr viele. Das CEPI externe Seite unterstützt bereits 12 Impfstoffprojekte. Eines davon hat nur 60 Tage nach der ersten Identifizierung des Virus mit der Erprobung am Menschen begonnen.

Weltweit werden unter der Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation Dutzende weiterer Impfstoffkandidaten entwickelt. Insgesamt befinden sich mindestens 40 COVID-19-Impfstoffe externe Seite in der Entwicklung.

Ist die Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs eine besondere Herausforderung?

Es ist immer schwierig, einen Impfstoff zu entwickeln, aber eine besondere Herausforderung bei Coronavirus-Impfstoffen ist externe Seite der Mangel an guten Tiermodellen für Tests, eine gesetzliche Anforderung.

Es werden externe Seite verschiedene Tiere untersucht, wie z.B. externe Seite gentechnisch veränderte Mäuse, die eine menschliche Version des Proteins ACE2 (mit dem SARS-CoV-2 in menschliche Zellen eindringt) produzieren, Rhesusaffen, Westliche Grünmeerkatzen, Mäuse, Hamster und Frettchen. Tiermodelle haben charakteristische Einschränkungen, die ebenfalls überwunden werden müssen.

Ein radikaler Vorschlag zur Beschleunigung des Einsatzes von Impfstoffen besteht darin, dass externe Seite Forschende gesunde Menschen mit dem Coronavirus infizieren und untersuchen, ob diejenigen, die einen Impfstoff-Prototyp erhalten, der Infektion entgehen.

Aber einige Teams würden ohne eine wirksame Behandlung nicht in Betracht ziehen, einen so genannten «Challenge Trial» durchzuführen.

Warum wenden sich einige Menschen generell von Impfstoffen ab?

Es ist verwirrend. externe Seite Impfungen verhindert 2-3 Millionen Todesfälle pro Jahr. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Unschlüssigkeit bei Impfungen – die Zurückhaltung oder die Verweigerung von Impfungen trotz der Verfügbarkeit von Impfstoffen – als externe Seite eine der wichtigsten globalen Gesundheitsbedrohungen identifiziert, zusammen mit Pandemien, Superbakterien und dem Klimawandel.

Die Haltung der Impfgegner droht nun, die Fortschritte bei der Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten rückgängig zu machen, da Krankheiten wie Masern deutlich zunehmen.

Schon vor dieser Pandemie könnten weitere 1.5 Millionen Todesfälle jährlich durch Impfstoffe vermieden werden.

Die gegenwärtigen Bedenken bezüglich der Sicherheit von Impfstoffen lassen sich auf die Behauptung zurückführen, dass ein Zusammenhang zwischen dem MMR-Impfstoff (Masern, Mumps und Röteln) und Autismus besteht.

Diese Behauptungen wurden externe Seite vielfach entkräftet und externe Seite die Psychologie untersucht, warum Menschen wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen, selbst wenn sie mit unwiderlegbaren Beweisen für die Mondlandung, den menschengemachten Klimawandel oder die Vorteile von Impfungen konfrontiert sind.

Der Widerstand gegen Impfungen externe Seite reicht jedoch Jahrhunderte zurück. Als der Vaccination Act von 1853 in England und Wales die obligatorische Pockenimpfung für Kleinkinder einführte, wurde er von Menschen abgelehnt, die das Recht auf Kontrolle über ihren Körper und den ihrer Kinder forderten.

Woher stammt der Begriff «vaccine»?

Der Begriff «vaccine» (Anmerkung: Englisch für Impfstoff) externe Seite stammt von vacca (Anmerkung: Italienisch für Kuh) und bezieht sich darauf, wie externe Seite Edward Jenner 1796 das Immunsystem von externe Seite James Phipps täuschte, indem er ihn mit inaktiven Kuhpockenerregern impfte und damit das Immunsystem glauben machte, es sei mit Pockenviren konfrontiert – Pocken waren damals eine hoch ansteckende Volkskrankheit.

Wie funktionieren Impfstoffe?

Impfstoffe bringen inaktivierte Viren (oder Teile des Virus) in unser Immunsystem ein, um die körpereigenen Abwehrkräfte zu trainieren, sie als Eindringling zu erkennen, damit der Körper, falls er jemals dem eigentlichen Virus ausgesetzt wird, weiss, wie er die Infektion bekämpfen kann.

In den letzten zehn Jahren hat die Molekularbiologie die verschiedenen Möglichkeiten zur Herstellung eines Impfstoffs erheblich erweitert und die Geschwindigkeit beschleunigt, mit der wir Impfstoffe entwickeln können, wobei wir die Viren selbst, die viralen Gene und sogar den Trick, mit dem Viren die molekulare Maschinerie menschlicher Zellen zu kapern, um sie in Virusfabriken zu verwandeln, ausnutzen.

(…)

Ist das nicht ein bisschen wie die Homöopathie?

Nein. Die Wirksamkeit von homöopathische Behandlungen ist externe Seite wissenschaftlich nicht bewiesen.

Davon Abgesehen gilt die in der Homöopathie gemachte Behauptung, «Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden», nicht für Impfstoffe, weil sie so konzipiert sind, dass sie die Krankheit, die sie verhindern, nicht verursachen.

Wie geht unser Immunsystem normalerweise mit Viren um?

Wenn das Immunsystem dem Coronavirus ausgesetzt ist, steigert es die Produktion von Zellen – sogenannten B-Lymphozyten –, die Antikörper produzieren, die sich an die Virusproteine binden, die das Virus benötigt, um die Zellen zu infizieren.

Ein zweiter Teil der Immunreaktion ist die Stimulation eines Typs von weissen Blutkörperchen, der T-Lymphozyten genannt wird und infizierte Zellen töten kann.

Antikörper stoppen die Ausbreitung der Infektion zwischen den Zellen, und T-Zellen stoppen das Virus, sobald es sich im Inneren einer Zelle befindet.

Aber es muss ein Gleichgewicht gefunden werden.

Lymphozyten (und andere Zellen) produzieren auch Immun-Signalchemikalien, die als Zytokine bezeichnet werden. Wenn sie im Übermass produziert werden, kann dies einen Zytokin-«Sturm» auslösen, der im Extremfall zur Abschaltung lebenswichtiger Organe wie Lunge, Herz und Nieren führen kann.

Daher muss ein Impfstoff Immunität verleihen, ohne diese ausbrechende Entzündung zu verursachen.

Wenn sich jemand von einer Virusinfektion erholt hat, «erinnern» sich die Zellen des Immunsystems an das Virus. Sie haben nun eine Resistenz gegen eine zweite Infektion durch dasselbe Virus. Sie sind immun gegen dieses Virus.

Wie schnell können wir einen Impfstoff gegen COVID-19 auf den Markt bringen?

Viel schneller als noch vor einem Jahrzehnt.

Traditionell könnte es ein Jahrzehnt oder länger dauern, einen Impfstoff zu lizenzieren, und der Prozess würde mindestens eine halbe Milliarde Dollar kosten, wahrscheinlich sogar mehr.

Doch die erste klinische Studie für einen potenziellen Coronavirus-Impfstoff am Menschen, der von der Firma externe Seite Moderna entwickelt wurde, hat bereits an 45 Personen begonnen.

Die Geschwindigkeit der Impfstoffentwicklung ist beispiellos: Forschende des Shanghai Public Health Clinical Centre hatten erst am 11. Januar 2020 den genetischen Code des COVID-19-Virus entschlüsselt.

Reicht dies aus, um einen wirksamen und sicheren Impfstoff zu entwickeln?

Nein. Eine Schlüsselfrage ist, ob dieser und andere Ansätze skalierbar sind oder ob die vorhandenen Kapazitäten schnell genug sind, um genügend Mengen eines COVID-19-Impfstoffs zu produzieren.

Der Pionier der Genomsequenzierung, J. Craig Venter, externe Seite hat über eine Verteilung der Herstellung von Impfstoffen gesprochen, und externe Seite CureVac entwickelt einen Prototyp eines «RNA-Druckers», um einen RNA-Impfstoff (mehr dazu weiter unten) dorthin zu bringen, wo er benötigt wird.

Ein weiteres Thema ist die Frage, wie externe Seite ein fairer Zugang zu Impfstoffen gewährleistet werden kann.

Wie können wir so schnell einen Impfstoff herstellen?

Eine Möglichkeit, die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, ist ein Trick, mit dem das COVID-19-Virus menschliche Zellen übernehmen kann.

Das Virus nutzt seinen genetischen Code (der in Form einer chemischen Substanz namens RNA vorliegt), um menschliche Zellen umzuprogrammieren und mehr Coronaviren zu produzieren.

Moderna, die mit dem US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Disease und dem CEPI zusammenarbeitet, hat einen RNA-Impfstoff entwickelt, der einen Teil des Viruscodes nutzt, um die Maschinerie der menschlichen Zellen zu kapern und das Virus-«Spike»-Protein (mit dem das Virus in menschliche Zellen eindringt) zu vervielfältigen.

Der Impfstoff liefert die genetische Information, um menschliche Zellen in Fabriken zur Herstellung des Spike-Proteins zu verwandeln, das das Immunsystem zur Herstellung von Antikörpern provoziert. Diese Antikörper sind dann einsatzbereit, um den Körper zu schützen, falls er später auf das SARS-CoV-2-Virus trifft.

Wird dieser RNA-Impfstoff funktionieren?

Darum geht es bei den Impfstoffversuchen.

RNA ist ein empfindliches Molekül und eine Frage ist, ob es im Körper überleben und genügend Protein produzieren wird. Falls es das tut, wird das Virusprotein ausreichen, um ein schützendes Immunsystem aufzubauen, und für wie lange? Und selbstverständlich, ist das Verfahren sicher?

Wenn es diese Hürden überwindet, dann ist die gute Nachricht, dass RNA-Impfstoffe relativ schnell und kostengünstig hergestellt werden können, und zwar durch ein Herstellungsverfahren, das so angepasst werden kann, dass auch RNA-Impfstoffe für andere Infektionskrankheiten hergestellt werden können. Moderna sagt, dass sie, wenn alles nach Plan verläuft, externe Seite bis Anfang 2021 feststellen könnten, ob der Impfstoff funktioniert.

Auch die deutschen Firmen externe Seite BioNTech (mit Pfizer) und externe Seite CureVac arbeiten an einem Boten-RNA-Impfstoff für das neue Coronavirus.

Bei der Anwendung dieses Ansatzes auf Tollwut stellte CureVac fest, dass ein Gramm externe Seite eine Million Menschen impfen könnte. Ähnliche Ansätze verfolgen auch die belgischen Firmen externe Seite Ziphius Therapeutics und externe Seite eTheRNA sowie das französische Pharmaunternehmen externe Seite Sanofi, das mit Translate Bio zusammenarbeitet.

Testen wir eher traditionelle Impfstoffansätze?

Ja, mit geschwächten oder abgetöteten Formen von Viren oder Teilen von Viren, einschliesslich gereinigter Proteine. externe Seite Sinovac Biotech stellt einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 her, indem sie das Virus chemisch inaktivieren.

Es gibt auch Möglichkeiten, ein lebendes «abgeschwächtes» oder geschwächtes Virus für Impfstoffe herzustellen. Diese erzeugen eine lang anhaltende, stärkere Reaktion als Impfstoffe mit inaktiviertem Virus, stellen jedoch ein Risiko für Menschen mit geschwächtem Immunsystem dar. Dieser Ansatz wird von externe Seite Codagenix und dem Serum Institute of India erprobt.

Welche anderen Tricks können wir von Viren lernen, um Impfstoffe herzustellen?

Wir können die Viren selbst als «Vektoren» verwenden, um Coronavirus-Proteine einzuführen, um das Immunsystem des Körpers für die Bekämpfung von COVID-19 zu trainieren.

Die chinesische Firma externe Seite CanSino Biologics hat kleine Versuche mit einem COVID-19-Impfstoff gestartet, der auf einer sicheren Version eines Adenovirus-5 basiert – einem anderen Virus, das eine häufige, erkältungsähnliche Krankheit verursachen kann.

In diesem Monat wird in Oxford eine Studie über einen weiteren Impfstoff auf der Grundlage einer sicheren Version eines Adenovirus beginnen.

Das Team an der Oxford Universität unter der Leitung von externe Seite Sarah Gilbert vom Jenner-Institut war schnell am Ziel, weil es an einem Impfstoff gegen ein anderes Coronavirus, das Nahost-Atemwegssyndrom (MERS), gearbeitet hat, das nachweislich starke Immunreaktionen hervorruft.

Der gleiche Ansatz zur Herstellung des Impfstoffs wird auch für den neuartigen Coronavirus-Impfstoff mit dem eigentümlichen Namen ChAdOx1 nCoV-19 verfolgt, der von der Clinical Biomanufacturing Facility der Oxford Universität, dem damaligen italienischen Hersteller externe Seite Advent Srl, für klinische Tests hergestellt wird.

Man hofft, dass sich bei jemandem, der geimpft worden ist, sich die gegen das Spike-Protein gerichtete Antikörper an das Coronavirus binden, um eine Infektion zu verhindern.

Dieser Ansatz wird von anderen versucht, insbesondere im Rahmen eines externe Seite 1-Milliarden-Dollar-Programms von Johnson & Johnson (J&J) und der US-Regierung, um ein Gen des Coronavirus in ein behindertes Adenovirus hineinzustechen.

Das behinderte Adenovirus ist nicht der einzige Virus-Vektor, der getestet wird. Auch externe Seite Pferdepocken-, externe Seite Vaccina- und externe Seite Masernviren werden getestet.

Was ist mit DNA-Impfstoffen und wie wirken sie?

DNA-Impfstoffe werden auch von Unternehmen auf der ganzen Welt entwickelt, wie z.B. von einem paneuropäischen Konsortium, an dem die britische Firen Cobra Biologics und externe Seite Inovio Pharmaceuticals beteiligt sind und das diesen Monat Sicherheitstests für seinen SARS-CoV-2-Impfstoff plant.

Inovio hat seinen DNA-Impfstoff INO-4800 innerhalb von drei Stunden nach Erhalt der genetischen Sequenz von SARS-CoV-2 entwickelt.

Ihr Impfstoff leiht sich einen Trick, den Bakterien anwenden: Die Anweisungen zur Herstellung des Spike-Proteins werden von DNA-Ringen, den sogenannten Plasmiden, getragen, die von den Bakterien zum Austausch von genetischen Anweisungen (bekanntermassen zum Austausch von externe Seite Medikamentenresistenzgenen) verwendet werden.

Die Plasmide werden mit einem Handgerät in den Muskel injiziert, der einen kurzen elektrischen Impuls abgibt, damit sich die kleinen Poren in den Muskelzellen öffnen und die Plasmide eindringen können.

Sobald die Plasmide in der Zelle sind, beginnen sie sich zu vervielfältigen und stärken so die körpereigene Immunantwort.

Sobald wir einen Impfstoff haben – brauchen wir dann eine jährliche Impfung, wie es bei der Grippe der Fall ist?

Wahrscheinlich. Wir wissen nicht, wie lange das Immungedächtnis anhält.

SARS-CoV-2 ist wie das Grippevirus ein RNA-Virus. Sein genetisches Material ist in Form der chemischen RNA gespeichert und nicht in der bekannteren DNA (die den genetischen Code oder das Genom von Bakterien bis zum Menschen trägt).

Ein Merkmal der RNA-Viren ist ihre externe Seite hohe Rate an genetischen Mutationen, ein Mechanismus, durch den sich diese Viren zu neuen Stämmen entwickeln, um den Abwehrmechanismen unseres Körpers zu entgehen. Die gute Nachricht ist, dass COVID-19 im Gegensatz zur Influenza bisher relativ stabil war.

Wie wird der Impfstoff verabreicht werden?

Abgesehen von der traditionellen Impfung entwickelt Altimmune einen Impfstoff auf Adenovirus-Basis, der externe Seite als Nasenspray verabreicht werden kann.

Das University of Pittsburgh Medical Center testet eine externe Seite Mikronadelanordnung, ein fingerspitzengrosses Pflaster mit 400 winzigen Nadeln, die ein Spike-Protein in die Haut einbringen, wo die Immunreaktion am stärksten ist.

Welche Grundlagenforschung unterstützt die Entwicklung von Impfstoffen?

Wir verfügen bereits über eine externe Seite detaillierte molekulare Ansicht des Spike-Proteins, das vom Virus zum Eindringen in menschliche Zellen verwendet wird.

Das Protein ist nicht in seiner Form fixiert, sondern verformt sich. Das CEPI und Forscher der Universität von Queensland in Brisbane, Australien, entwickeln eine externe Seite «molekulare Klammer», um das Spike-Protein in einer für das Immunsystem «sichtbareren» Form zu fixieren, damit es als wirksamerer Impfstoff verwendet werden kann.

Um die Anzahl der Virusproteine, die in Impfstoffen verwendet werden können, zu erweitern, setzt ein internationales Konsortium aus Europa und den USA – darunter externe Seite CompBioMed am UCL (Anmerkung: University College London) – externe Seite den leistungsfähigsten Supercomputer der Welt und externe Seite den leistungsfähigsten in der Europäischen Union ein.

Einer der Mitglieder des Konsortiums, Richard Scheuermann, Direktor des La Jolla Campus des J. Craig Venter Instituts in San Diego, untersucht die Teile des Coronavirus, die das Immunsystem stimulieren, wobei er sich auf Epitope konzentriert, an die sich ein Antikörper aus dem Immunsystem bindet.

Die Hoffnung ist, dass sie Alternativen zu dem Spike-Protein finden können, das die Impfstoffgemeinschaft als Grundlage für verschiedene Impfstoffe verwenden kann.

Detaillierte Studien der Immunantwort von Menschen, die die Impfstoffe erhalten, und der genetischen Ausstattung von Menschen, die die Infektion einfach so abschütteln, werden ebenfalls tiefgreifende Erkenntnisse liefern. Beispielsweise können externe Seite Epidemiologen die Ausbreitung der Pandemie besser verstehen, nicht zuletzt durch den externe Seite Einsatz von Computern zur Modellierung der Ausbreitung.

Die molekulare Struktur eines neutralisierenden Antikörpers, der zuvor von einem genesenen SARS-Patienten erhalten wurde und der auch an eine Region des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) Spike-Proteins bindet, externe Seite ist enträtselt worden. Eine weitere molekulare Erkenntnis, die in die Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 einfliessen könnte.

Impfstoffentwickler und Regulierungsbehörden werden sich auch um die Definition von Schutzkorrelaten bemühen.

Sobald sie Beweise für die Antikörpermengen haben, die zum Schutz vor einer Coronavirusinfektion ausreichen, können künftige Impfstoffversuche einfach die Antikörpermengen messen, anstatt abwarten zu müssen, ob Menschen noch infiziert werden können.

Für jeden Impfstofftyp müssen Schutzkorrelate definiert werden, da sie sich bei einem viral vektoriellen Impfstoff im Vergleich zu einem Impfstoff aus einer Proteinuntereinheit des Coronavirus unterscheiden können.

Welches ist das aktuelle Ausmass der Pandemie?

Sie können die neuesten Nachrichten darüber, wie weit sich diese Pandemie weltweit ausgebreitet hat, vom externe Seite Johns Hopkins Coronavirus Resource Center erhalten oder die Gesamtzahl der COVID-19-Fälle im Vereinigten Königreich überprüfen, indem Sie diese externe Seite Webseite von Public Health England konsultieren. Es gibt eine Fülle von Daten auf diesem externe Seite COVID-19-Portal und auf externe Seite Our World in Data.

(Anmerkung: Die momentane Anzahl der Coronavirus-Fälle in der Schweiz kann auf der externe Seite Webseite des Bundesamts für Gesundheit abgerufen werden.)

Forschung an einem Coronavirus-Impfstoff in der Schweiz

Auch in der Schweiz forschen medizinische Institute an einem Coronavirus-Impfstoff. Informationen dazu finden Sie in diesem externe Seite Artikel der NZZ, in diesem externe Seite Beitrag von SRF sowie in dieser externe Seite Ausgabe der SRF-Sendung Einstein.

 

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